Eine Hausbootroute über die Havel

Eine Hausbootroute auf der Havel

Ein Urlaub in der Heimat ist nach wie vor sehr beliebt bei uns Deutschen. Neben der Mecklenburgischen Seenplatte ist auch das Gebiet um Brandenburg an der Havel bis Berlin sehr gefragt. Von Brandenburg an der Havel aus in Richtung Norden bis Havelberg sind die Gewässer führerscheinfrei, sodass die Hausboote mit einem Charterschein geführt werden können.

Die heutige Hausbootroute ab Werder an der Havel führt allerdings durch führerscheinpflichtige Gebiete entlang der Havel bis nach Berlin. Deshalb ist die Route besonders für diejenigen geeignet, die bereits einen Sportbootführerschein Binnen besitzen.

Tag 1: Übernahme in Werder an der Havel

Werder an der Havel liegt direkt zwischen Brandenburg an der Havel und Potsdam – südwestlich von Berlin. Über diverse Autobahnen und Bundesstraßen lässt sich unser Starthafen ganz leicht erreichen. Hier übernehmen wir ab 16 Uhr unser schönes Hausboot, beziehen unsere Kojen und räumen unsere sieben Sachen ein.
Heute lohnt es sich nicht mehr, auszulaufen. Deshalb machen wir uns auf den Weg in die Altstadt von Werder, die sich auf einer kleinen Insel befindet und über eine Brücke zu erreichen ist. Im Süden der Insel entdecken wir die sogenannte Bockwindmühle. Als letzte erhaltene Mühle brannte sie aufgrund von Brandstiftung 1973 ab und wurde originalgetreu noch einmal rekonstruiert.

Eine Hausbootroute über die Havel

Die Bockwindmühle

Abends kehren wir in das Restaurant Alte Überfahrt, das direkt an der Uferpromenade liegt und gehobene deutsche Küche serviert und auch gleichzeitig eine Kochschule ist, ein. Erschöpft vom ersten aufregenden Tag fallen wir ins Bett und freuen uns auf den Start unseres Törns am nächsten Tag.

Tag 2: Werder an der Havel – Potsdam

Gut ausgeruht starten wir in den neuen Tag. Die heutige Fahrt führt uns über die Havel, vorbei am Schwielowsee, durch die Caputher Gemünde auf den Templiner See bis nach Potsdam. Hier gibt es viele Anlegestellen, unsere Empfehlung ist der Anleger in der Neustäder Havelbucht. Diesen erreichen wir, indem wir unter der Brücke durch in die Bucht fahren. Steuerbords am Ostufer liegt der kleine Hafen, der eine super Versorgung bietet. Hier kostet der Liegeplatz pro Nacht 1,50€ pro Meter.
Am bekanntesten in Potsdam sind wohl das Schloss Sanssouci und der dazugehörige Park. Das barocke Schloss ist eines der bekanntesten Hohenzollernschlösser und wird auch das „Preußische Versailles“ genannt. Das Schloss Sanssouci – was so viel wie “ohne Sorgen” bedeutet – hat eine wunderschöne Fassade in Gold, die förmlich Luxus schreit.

Eine Hausbootroute über die Havel

Das Schloss Sanssouci

Nach diesem Rückblick in die Vergangenheit schlendern wir in die Innenstadt. Das Zentrum dort bildet der Luisenplatz, der wunderschön und idyllisch zugleich ist. Rundherum liegen viele Cafés, Läden und Museen, die wir besuchen können. Auch interessant sind die drei erhaltenen Stadttore: Das Jägertor, das Nauener Tor und das Brandenburger Tor, das nicht mit seiner großen Schwester in der Hauptstadt zu verwechseln ist.
Nachdem wir heute so viel erlebt und gesehen haben, kehren wir an Bord zurück und kuscheln uns in unsere bequemen Kojen.

Tag 3: Potsdam – Berlin-Spandau

Am nächsten Tag fahren wir über die Havel vorbei an der Pfaueninsel und dem großen Wannsee bis nach Berlin-Spandau, wo wir im Altstadthafen Berlin-Spandau anlegen. Besonders interessant sind die Zitadelle Spandau und das dazugehörige Museum. Diese Renaissance Festung ist die besterhaltene und bekannteste in Europa.

Eine Hausbootroute über die Havel

Die Zitadelle Spandau

Von hier aus starten wir eine Radtour durch die Altstadt Spandaus. Über die Havel Schleuse gelangen wir zum Juliusturm, von dessen Spitze man aus einen tollen Blick bis zur Innenstadt von Berlin sehen kann. Weiter geht es nach Kolk, den ältesten Teil Spandaus. Entlang der alten Stadtmauer gelangen wir zum Brauhaus Spandau, wo wir uns ein bisschen stärken. Weiter auf dem Havellandradweg enden wir unsere Radtour am Spandauer Rathaus, das man aufgrund seines hohen Turmes nicht übersehen kann. Gegenüber im Eiscafé Florida lassen wir den Tag Revue passieren und genießen den Ausblick vom Dach auf die Stadt.

Tag 4: Berlin-Spandau – Berlin Rummelsburg

Heute wartet ein Tag mit vielen Sehenswürdigkeiten, die wir vom Wasser aus betrachten können, auf uns: Wir starten unseren Tagestörn durch unsere schöne Hauptstadt. Hinter der Zitadelle von Spandau biegen wir ab auf die Spree in Richtung Innenstadt. Anfangs noch im Industriegebiet kommen wir am vielen grünen Ecken vorbei wie der Faulen Spree und dem Park Ruhwald.

Hausbootroute über die Havel

Unsere Route durch Berlin

Die Spree schlängelt sich durch ganz Berlin, vorbei an vielen Sehenswürdigkeiten der Stadt. Vom Boot aus können wir den Englischen Garten und Großen Tiergarten, das Schloss Bellevue, das Bundeskanzleramt, den Reichstag, den Berliner Dom bestaunen. Wir kommen auch an der berühmten East Side Gallery vorbei, bevor wir an der Insel der Jugend links in Richtung Citymarina Rummelsburg abbiegen. Diese liegt am Nordufer der Spree und eine Übernachtung kostet hier 2€ pro Meter.

Hausbootroute über die Havel

Die Skyline unserer Hauptstadt

Wir entscheiden uns gegen die typische Berlinerkundung wie dem Brandenburger Tor und dem Alexanderplatz. Diesmal machen wir eine Schnitzeljagd durch die Stadt und erleben die Stadt von einer anderen Seite. Ein Erlebnis der ganz besonderen Art ist die Führung durch die Berliner Unterwelten. Der gleichnamige Verein führt Gruppen durch alte Bunker und Tunnel und bringt diesen so die Berliner Stadtgeschichte näher – absolut empfehlenswert!
Richtig lockeres Ambiente bietet uns abends das Burgerrestaurant White Trash Fast Food, das auch gleichzeitig ein Tattoostudio ist. Hier kommt das Berliner Flair besonders gut bei uns an.

Tag 5: Berlin Rummelsburg – Jungfernsee

Ein Geheimtipp für die morgendliche Stärkung ist das Café Kapelle in der Zionskirchstrasse. Hier schlagen wir uns den Bauch mit Köstlichkeiten von Herzhaftem bis Waffeln voll, bevor wir unseren nächsten Trip starten. Dieser führt uns wieder zurück in Richtung Potsdam. Nördlich der Stadt liegt der Jungfernsee, am Südwestufer legen wir an. Hier kann man wirklich die Natur genießen und entspannen! Nach ein paar erholsamen Stunden machen wir uns fertig und gehen von Bord. Das Schloss Cecilienhof ist ganz in der Nähe und wartet sozusagen auf einen Besuch von uns. Das Hohenzollernschloss, das 1917 fertig gestellt wurde, wurde ganz traditionell im englischen Landhausstil gehalten und besteht daher nur aus Backstein und Holz.

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Das Schloss Cecilienhof

Nach der Besichtigung sind wir hungrig und kehren ins Kades Restaurant „Am Pfingstberg“ ein. Hier genießen wir die Mischung aus bodenständiger Küche und modernen Gerichten mit regionalen Zutaten und kehren danach wieder an Bord zurück.

Tag 6: Jungfernsee – Brandenburg an der Havel

Heute starten wir unsere Reise vom Jungfernsee nach Brandenburg an der Havel. Wir kommen am Fahrlander See, Schlänitzsee und den Ketziner Havelinseln vorbei. Danach schlängelt sich die Havel bis nach Brandenburg. Hier haben wir die Wahl: Die Marina Brandenburg-Plaue, die etwa 15 Autominuten vom Brandenburger Zentrum entfernt liegt, oder der Anleger am Wasserwanderrastplatz am Salzhofufer direkt in der Innenstadt. Der Wasserwanderrastplatz liegt direkt neben dem Slawendorf, das wir besuchen. Hier erfahren wir wie unsere Vorfahren vor 1000 Jahren gelebt haben. In einem Dorf wird hier die Zeit der Germanen und Slawen nachgestellt, das wir hautnah durch das mittelalterliche Essen und die Lagerfeuerromantik erleben. In der Innenstadt ist der Dom St. Peter und Paul, der im 12. Jahrhundert erbaut wurde und viele Kunstwerke enthält, absolut sehenswert. Wir möchten auch unbedingt den Steintorturm besuchen, da sich dort eine Sonderausstellung zur Havelschifffahrt befindet.

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Der Steintorturm in Brandenburg an der Havel

Nach dem Sightseeing kehren wir in das Restaurant Werft ein. Die frische, kreative Küche begeistert uns und wir verbringen einen tollen Abend hier.

Tag 7: Brandenburg an der Havel – Werder an der Havel

Leider befinden wir uns nun schon am Ende unseres entspannenden Urlaubs. Heute führt uns der Weg zurück nach Werder an der Havel. Wir genießen unseren letzten Seetag auf der Havel und kehren zurück in unsere Ausgangsmarina in Werder. Abends packen wir unsere Sachen wieder zusammen und verbringen die letzte Nacht in unseren bequemen Kojen. Am nächsten Morgen müssen wir uns früh von unserem Hausboot verabschieden. Diese Hausbootroute auf deutschen Gewässern hat uns begeistert! Der Urlaub in der Heimat ist doch immer wieder schön.

 

Ein Yachtcharter in Brandenburg und demnach auch an der Havel wird immer beliebter. Kein Wunder, bietet das Bundesland mit seinen vielen Seen, Flüssen und Kanäle optimale Voraussetzungen für Ihren Bootsurlaub auf inländischen Gewässern wie der Havel. Also warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute so nahe liegt?

Haben Sie bereits einen Bootsurlaub auf der Havel unternommen? Ihre Erfahrungen sind wie immer herzlich willkommen.